Januar 2026 | Taroskop
Ich schreibe diesen Beitrag einen Tag nach dem Attentat, das sich auf dem australischen Bondi Strand ereignet hat und bei dem 15 Menschen ihr Leben verloren haben. Nachdem ich die Nachrichten sah, checkte ich die kosmische Uhrzeit: Mars (Schütze) und Neptun (Fische) standen auf den jeweils letzten Gradzeichen in einem quadratischen Aspekt (Konflikt) zueinander. Neptun in Fische läutet das Ende einer kollektiven Ära ein (2011-2025/2026) und ein Vater und ein Sohn griffen aus religiösen Motiven (Schütze) zu den Waffen (Mars).
Kim Krans (2019). The Wild Unknown Archetypes Deck
Caroline Myss meint, dass jede Person auf die eine oder andere Art und Weise in den Krieg zieht und dass wir uns so lange in einem kollektiven Krieg befinden werden, solange das für den Einzelnen gilt. Ich kann das für mich selbst und aus meiner Beobachtung der Anderen heraus durchaus unterschreiben.
Es ist gleichzeitig aber auch einfach den kriegerischen Impuls im Anderen zu erkennen, während wir uns selbst tendenziell eher für die Erfinder des Pazifismus halten. Denker wie James Hillman sind jedenfalls der berechtigten Frage nachgegangen woher unsere anhaltende, erschreckende Liebe zum Krieg eigentlich herrührt. Auch ihm gebe ich vollkommen Recht, wenn er festhält:
“Wir brauchen keine weiteren Forschungen von Spezialisten über frühere und zukünftige Kriege, sondern eine archetypische Psychologie, die sich den Mythen, der Philosophie und der Theologie des geistigen Kerns von Krieg zuwendet.” (Hillman 2005, 11)
Welche Arten von Krieg wüten denn im eigenen Inneren und veranlassen uns dazu diese Konflikte innerlich, wie auch äußerlich auszutragen?
Bill F. Greer (1979). Morgan Greer Tarot
Vor dem Hintergrund der astrologischen Transite im Januar 2026 lautet meine These, dass unsere erschreckende Liebe zum Krieg auch in unserer Weigerung liegen könnte erwachsen zu werden (starker Fokus auf Steinbock-Energie). Dieser kindliche Unschuldskomplex wird in der Tarot-Legung für Januar 2026 sehr schön dargestellt.
Die ersten beiden Karten (Zwei der Schwerter & Acht der Schwerter) zeigen beide jeweils Personen, deren Augen verbunden sind. Mir symbolisiert das die Weigerung der Realität ins Auge zu blicken, dass wir keine Kinder mehr sind (Sechs der Kelche). Je länger man sich psychologisch erlaubt Kind zu sein, desto eher glaubt man doch sich einer Verantwortungsübernahme für das eigene Wollen, Handeln und Fühlen entziehen zu können.
Mir selbst wird gerade übel, wenn ich darüber nachdenke, wo ich mich in letzter Zeit so verhalten habe. Aber wir kommen früher oder später nicht drum herum einen Schritt auf den festen Boden der Tatsachen zu setzen und eine Zukunft zu schaffen, die zwar ihre Wurzeln in der Vergangenheit hat, diese aber nicht ständig zwanghaft und unbewusst wiederholt.
Es gibt sicher schönere Arten und Weisen ein neues Jahr zu beginnen, aber da stehen wir nun und können nicht anders. Das soll Martin Luther, der Begründer der Reformationsbewegung im Jahr 1521 auf dem Reichstag zu Worms gesagt haben, als er für seinen Glauben einstand und sich damit weigerte seine Lehren zurück zu ziehen. Zu dieser Zeit befand sich Neptun ebenfalls in den Fischen (genau wie heute noch) und ebnete den Weg für seine Zeit im Widder, die von 1534 bis 1548 dauerte und eine Zeit voller religiöser Spannungen und Konflikte bedeutete.
Dieser Ausspruch “Hier stehe ich und kann nicht anders.” könnte auch als Aussage der 8 der Schwerter gedeutet werden. Wenn man sie so liest, dann verwandelt sich die archetypische Energie vom Opfer-Dasein in eine Haltung, die die einschränkenden Umstände der Realität in Kenntnis nimmt, sich aber nicht davon abhalten lässt mutigen Schrittes voran zu gehen und für das einzustehen, was man selbst für wichtig hält, vorausgesetzt man kämpft für die Liebe, die Versöhnung und den Frieden (Sechs der Kelche).
Weitere Fragestellungen, Interpretations- & Ausdrucksmöglichkeiten:
Diskussionen rund um Themen der Wehrpflicht, Verteidigungsausgaben, Krieg * Entführung (wortwörtlich, mythologisch, symbolisch) * sich einer Diskussion verweigern bzw. etwas nicht sehen, nicht hören, nicht ansprechen wollen (Zwei der Schwerter) bzw. so tun, als ob man handlungsunfähig wäre (Acht der Schwerter) * Jammern auf hohem oder niedrigem Niveau * das unschuldige Opfer spielen * passiven Widerstand üben (fehlender Mut) * eine eigene Agenda verfolgen und sich deswegen einem Friedensangebot verweigern * sich verkriechen und keine Verantwortung übernehmen wollen oder können * Verhaltensweisen aus der Kindheit fortführen * sich an der Vergangenheit festhalten bzw. in Nostalgie schwelgen * sich mit den Umständen wie sie sind (nicht) zufrieden geben (können oder wollen) * die Vergangenheit glorifizieren * nicht vergeben können bzw. in ständiger Kampfbereitschaft sein * unsichtbaren oder passiven Widerstand leisten (Geschichte von Sylvin Rubinstein als Echo vom Archetyp des Monats Dezember 2025 im Übergang in Januar 2026) * trotz äußerer Widrigkeiten Gnade walten lassen oder ein reines Herz behalten * die Politik der gebundenen Hände betreiben (d.h. so tun, als ob man in einer Streitfrage oder Angelegenheit keine andere Wahl gehabt hätte)
Quellen:
Caroline Myss (14.12.2023). The Archetypal Force of War, via YouTube
Caroline Myss (26.01.2006). The Language of Archetypes: Discover the Forces that Shape your Destiny, Macmillan Audio.
James Hillman (2005). Die erschreckende Liebe zum Krieg, Kösel-Verlag, München.
Jüdisches Museum Berlin (12.08.2020). Sylvin Rubinstein: Widerstandskämpfer und Flamencotänzer, via YouTube
Martin Luther, via Wikipedia
Terroranschlag am Bondi Beach, via Wikipedia
Frontbild: Collage erstellt via Pinterest
Bild 2: Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms 1521