Merkur Rx in Krebs 2026 | Taroskop
In diesem Jahr wandert der rückläufige Merkur durch die drei Wasserzeichen (Krebs, Skorpion und Fische). Während die erste Rückläufigkeit im Februar in den Fischen stattfand, wird uns der Sommer mit einer Rückläufigkeit im kardinalen Wasserzeichen Krebs bescheren. Wo der Krebs in unserem Geburtshoroskop platziert ist, wird es zwischen dem 29. Juni 2026 und dem 23. Juli 2026 zu einer Neubewertung aller Angelegenheiten kommen, die dem Krebs-Archetypus zugeordnet sind: Das betrifft u.a. die eigene Gefühlswelt, die Privatsphäre, das häusliche und das familiäre Leben (gerne auch das Leben an das wir uns gewöhnt haben) und vielleicht auch die Beziehung zur Vorstellung des Mütterlichen, Nährenden und der Fürsorge.
Paulina Tarot (2009)
Interessant finde ich, dass sich sowohl bei der ersten Rückläufigkeit wie auch jetzt wieder das “Ass der Kelche” (Kelche = Element Wasser) zeigt. Das Ass der Kelche ist sicherlich eine der “positiveren” Karten im Tarot. Sie verspricht einen emotionalen Neubeginn und Vergebung und wer in einer Angelegenheit auf göttliche Gnade hofft, darf nun tatsächlich auf göttliche Gnade und vielleicht sogar noch auf ein Wunder hoffen. So lese ich das Ass der Kelche nämlich in Kombination mit dem Stern, meiner absoluten Lieblingskarte!
Der Stern verspricht eine Wiederherstellung von Hoffnung und einer aussichtsreicheren Zukunft. Es gibt da nur ein Problem: Die Königin der Schwerter. Wer ist das? Die Königin der Schwerter ist der weibliche Anteil in uns, der den eigenen Intellekt und die Macht der Stimme und der Sprache als Schutzschild verwendet um selbst nicht verletzt zu werden. In manchen Kontexten werden wir Grenzen setzen müssen, in anderen Kontexten aber nicht. Den Unterschied zu erkennen ist ein emotionaler Kraftakt. In ihrem Buch “Leaving my Father’s House” beschreibt Marion Woodman (1992, 27) diesen Kraftakt folgendermaßen:
“The heroine’s task is to break from her unconscious father complex and make her intellect and her spirit her own (sunlight), to break from her unconscious mother complex and make her body and soul her own (moonlight), and ultimately to experience herself as part of a greater reality (starlight).”
Ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich festhalte, dass das hier schön daher gesagt klingt, aber tatsächlich einem Wunder gleichkommt, wenn sich ein Mensch - ganz gleich ob Mann oder Frau - für den Weg des eigenen Herzens (Krebs) entscheidet. So auch unsere lieben Frauen (Königin), die sich an ihrem Intellekt (Schwert, Merkur) festhalten, ja sogar festhalten müssen, um emotional zwischeneinender (im Geschlechterverhältnis) und untereinander (als Frauen unter sich) überhaupt überleben zu können. Der Weg des Herzens ist übrigens kein Spiel für schwache Nerven. Es würde sich lohnen die Augen offen zu halten und wachsam zu bleiben. Das wäre die “positive” Seite der Königin der Schwerter!
Rae Hepburn. Tea Leaf Fortune Cards.
An einer anderen Stelle las ich neulich auf Instagram einen Post, dem ich traurigerweise wirklich zustimmen musste und der mich entsprechend nachdenklich gemacht hat:
Es war ein Gedanke, den ich schon seit Längerem hatte und hier war nun die Bestätigung, dass es dem Denken eines Zeitgeistes entspricht, dass es wohl nicht normal sein kann, dass wir dermaßen emotional abgestumpft sind (Königin der Schwerter), dass wir uns möglicherweise sogar angefangen haben selbst das Herz zu brechen, bevor es jemand Anderer tut, indem wir uns isolieren und von diesen besagten Anderen fern halten (müssen!). Achtung - für die wir übrigens selbst “die Anderen” sind! Eine verzwickte Situation, die aber auch an der Hoffnung auf ein besseres Morgen krankt, wie Sven Hillenkamp (2009, 58-9; originale Hervorhebung) in seinem legendären Buch “Das Ende der Liebe” passenderweise so beschrieben hat:
“Die freien Menschen fallen auf durch ihre Hoffnung. Sie sind ruhelos, ständig in Bewegung. Wenn sie kein Ziel haben, blicken sie umher. Wenn sie keinen Weg haben, träumen sie. […] Sie erblicken den Erhofften immer, auch wenn dieser gar nicht erscheint. […] In früheren Zeiten konnten Menschen nicht lieben, weil sie sich gegen die Liebe verschlossen hatten. Die freien Menschen aber können nicht lieben, weil sie sich der Liebe zu sehr öffnen, das heißt: der Liebeshoffnung, der Liebeserwartung. Sie resignieren nicht, sondern sie leiden unter zuviel Hoffnung.”
Letztlich ist der Mensch für mich persönlich jedenfalls tatsächlich ein hoffnungswürdiges und damit auch ein wundersames Wesen. Er tut zwar immer so, als ob die Liebe (das Ass der Kelche) etwas wäre, das ihm ganz leicht von der Hand ginge. Das ist aber schlichtweg falsch. Der Mensch ist selten in der Lage zu lieben oder geliebt zu werden, sich also lieben zu lassen. Das hat verschiedene Gründe und die Kindheit (Krebs) ist nur ein potenzieller Grund von vielen anderen.
Aber dafür ist er gleichzeitig auch hier. Er ist hier um das Wunder der Liebe, des Friedens und er Harmonie zu erfahren. Immer und immer wieder aufs Neue. Wer soll es sonst tun, wenn nicht er oder sie selbst? Diese Hoffnung werde ich mir persönlich ganz bestimmt von niemandem nehmen lassen und bin auch bereit mich selbst dafür als Hoffnungsträgerin zu positionieren.
Astrologische Eckdaten:
13.06. - 29.06.2026: Erste Schattenphase | 17° bis 27° Krebs
29.06. - 23.07.2026: Rückläufigkeit | 27° bis 17° Krebs
23.07. - 07.08.2026: Zweite Schattenphase | 17° bis 27° Krebs
Sabische Symbole:
17° Krebs: Die Entfaltung vielschichtiger Potentiale aus einem ursprünglichen Keim.
27° Krebs: Ein rasender Sturm in einem mit teuren Eigenheimen bebauten Tal.
Weitere Interpretations- und Ausdrucksmöglichkeiten:
Wichtige Herzensangelegenheiten überdenken (re-view, re-evaluate) // die Sprachen der Liebe sprechen und mit dem Herzen denken lernen // Bindungsstile analysieren // nationalistische Tendenzen // nach Hause gehen oder Heimkehr bzw. dort hingehen, wo man herkommt// gedanklich ständig in der Vergangenheit verweilen // emotionale Reife entwickeln // die eigene Intelligenz als emotionalen Schutzschild verwenden // weibliche Stimmen // die angemessene Verwendung von Sprache und Stimme in emotionalen Angelegenheiten überdenken // Ursula van der Leyen als archetypisches Beispiel für die Königin der Schwerter // am Ende siegt die Liebe, die Hoffnung stirbt zuletzt (restoration) // Mondzyklen spielen eine Rolle // From Tears of Sorrow to Tears of Joy // etc.
Quellen:
Marion Woodman (1992). Leaving My Father’s House. A Journey to Conscious Femininity, Colorado.
Sven Hillenkamp (2009). Das Ende der Liebe. Gefühle im Zeitalter unendlicher Freiheit, München.
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