Juni 2026 | Taroskop
Jesus Christus begegnete mir das erste Mal, nachdem ich Mel Gibson’s Film “Passion Christi” gesehen hatte. Dann begegnete er mir als ich die Spiritualität des New Age für mich entdeckte. Dann war ich vor einigen Jahren eines Tages auf dem Weg zur Arbeit, als ich plötzlich völlig schockiert mitten auf der Straße stehen blieb und beim Anblick seiner Figur am Straßenrand vor mich hin murmelte: “Da hängt ja ein Mann mitten auf der Straße an einem Kreuz.”
Wieder einige Jahre später war es dann endgültig soweit: Ich ging auf die Knie und Er kam. Er kam als eine Erkenntnis im Geiste und eine Erkenntnis im Herzen auf die ein innerer Frieden und Ruhe folgte. Seitdem fragte ich mich in den letzten Monaten mehrmals, ob diese Erfahrung für mich Anlass wäre zum Katholizismus zu konvertieren und die aktuelle Antwort lautet nach wie vor: Nein. Jesus wäre schließlich selbst kein Katholik gewesen und mir persönlich geht es in erster Linie um die spirituell-mystische Essenz seiner Lehren und weniger um einen institutionellen Rahmen. Außerdem weiß ich, dass ich mich im kirchlichen Kontext nicht wohlfühlen würde.
Kim Krans (2019). The Wild Unknown Archetypes
Ich bin überzeugt davon, dass ich seine Lehren überhaupt erst in der Lage bin zu verstehen, weil ich die letzten Jahre meines Lebens dem Selbststudium der Symboldeutung gewidmet habe. Ich lese die Gleichnisse nicht mehr wortwörtlich, sondern versuche sie in ihrer essenziellen Symbolik zu dekodieren. Gestern Abend war ich zu einem Abendessen eingeladen an dem ein Priester mit anwesend war. Er meinte selbst es wäre schade, dass es wenige Leute seines eigenen Amtes gäbe, die in der Lage wären die Gleichnisse und Lehren so zu erklären, dass sie die Menschen auch verstehen und als Kompass für das eigene Leben annehmen und anwenden könnten. Vielleicht ist es an der Zeit, dass sie endlich außerhalb des kirchlichen Rahmens erzählt und erklärt werden?
Einen letzten Gedanken zur potenziellen (und durchaus berechtigten) Befürchtung, ich könnte jetzt zu so einer Jesus-Fanatikerin verkommen. Diese spirituelle Erfahrung war sehr einschneidend für mich, sodass ich mir diese Freude aktuell von niemandem nehmen lassen möchte. Das heißt gleichzeitig aber auch nicht, dass ich von meinem früheren Lehrer und Heiler, Carl Gustav Jung, abgekommen bin. Zumindest verstehe ich jetzt einmal mehr und überhaupt, wieso er auf die Frage eines seiner Patienten - was denn das Wichtigste im Leben wäre - still und leise mit dem Finger auf die Glasmalerei in seinem Arbeitszimmer und dem darauf abgebildeten Bild des gekreuzigten Jesu gezeigt hat.
Weitere Ausdrucks- und Interpretationsmöglichkeiten:
Cosmic Love (Florence and the Machine) // jemanden in seinen Armen willkommen heißen // ein Übermaß an femininer Energie (freifließend, umschlingend, kann auch chaotisch sein!) // Frauen-Archetypen: einerseits die heilige Mutter (Venus-Jupiter in Krebs), andererseits dann auch die Diva und das Showgirl (Venus in Löwe) // die Gebärmutter als zentrales weibliches Symbol // Sehnsuchtsräume bzw. Sehnsucht nach Leichtigkeit, Freizeit, Freude und Glück // Glücksspiel // Schleier des Vergessens // die Fähigkeit haben oder entwickeln Liebe, Fürsorge und Mitgefühl im Bereich der Schattenarbeit anzuwenden // göttliche Gnade // göttliches Erwachen und mystische Erfahrungen // heilsame Erfahrungen mit Menschen // Wahrheit als mystische Essenz // Was heilt uns? // das Wesen der Nagas (Sanskrit „Schlangen“), mehrköpfige Schlangenwesen (u.a.) aus dem Buddhismus, etc.
Frontbild via Pinterest